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Der Fußballtrainer | Stückbeschreibung
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oder LEBEN BIS MÄNNER

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Ein unterhaltsamer Monolog von Thomas Brussig mit einem Schauspieler, einer Trillerpfeife und natürlich einem Ball!

Die Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz präsentierte im Januar 2015 in der TSG-Lounge im Parkstadion in Neustrelitz dieses "Fußball-Stück" vor zahlreichen überaus amüsierten Zuschauern.
In seinem leidenschaftlichen Monolog voll mitreißender Komik zeichnet Autor Thomas Brussig das Bild eines redseligen, ganz in seinem Sport aufgehenden und dafür lebenden Trainer-Prototypen. Kinder, Knaben, Schüler, Jugend, Junioren – bis Männer. Der Fußballtrainer hat sie alle trainiert. Und er ist fest davon überzeugt, das Leben und seine Geheimnisse verstanden, ja durchschaut zu haben. Klar, Frauen können das nicht verstehen, das weiß er, seit seine Frau ihn verlassen hat, mit seinem Sohn. Und so verteidigt er seine Spieler gegen die Versuchungen des weiblichen Geschlechts. Auch seinen Ziehsohn Heiko, Abwehrspieler. Der weiß noch, was Fußball bedeutet: „Machen was der Trainer sagt“. Wenn dir der Trainer zuruft, hau den Gegner um, dann macht man das. Doch genau dieser Gehorsam wird Heiko zum Verhängnis. Später, beim Militär, als Grenzsoldat… Und das nimmt ihn so mit, dass er das entscheidende Aufstiegsspiel verpasst. Darüber ärgert sich der Trainer, genauso, wie er sich über die Unfähigkeit der DDR-Nationalmannschaft geärgert hat. Die nach 1974 keine Weltmeisterschaft mehr erreicht hat. Dabei war er danach extra in die Partei eingetreten, nach dem beispiellosen Triumph gegen die BRD, um beim nächsten Spiel mit dabei zu sein.

Ein Schauspieler und ein Ball, mehr braucht es nicht, um diesen unterhaltsamen Monolog von Thomas Brussig zu inszenieren. Gekonnt verknüpft der Autor so bekannter Stoffe wie „Sonnenallee“ oder „Helden wie wir“ das Thema Fußball mit den Ereignissen um die Mauerschützen und den DDR-Alltag. Kameradschaft, Treue und Teamgeist – auf dem Platz wie auf dem Posten. Ein Stück nicht nur für Fußballfans, sondern für alle, die dem Spiel mit dem Ball nicht abgeneigt sind und ein Stück Zeitgeschichte, grandios verwoben zu einem Monolog – witzig, frech aber auch berührend.

Regie Dr. Wolfgang Bordel  |  MIT: Wolfgang Grossmann