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6. Philharmonisches Konzert | Stückbeschreibung
UNGARN

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Im 6. Philharmonischen Konzert gelangen Werke ungarischer Meister zur Aufführung.
Franz Liszts Sinfonische Dichtung „Les Préludes“ eröffnet das Konzert. Das pathetische Werk thematisiert des Menschen Lebenslauf zwischen Anfang und Ende. Im Vorwort zur Partitur heißt es: „Was anderes ist unser Leben, als eine Reihenfolge von Präludien zu jenem unbekannten Gesang, dessen erste und feierliche Note der Tod anstimmt?“ Ideell bezieht sich Liszts „Les Préludes“ auf Alphonse de Lamartines gleichnamige Ode. Traurige Berühmtheit erlangte das Werk im Dritten Reich: Im II. Weltkrieg wurde das feierliche Fanfarenthema aus „Les Préludes“ von den Nationalsozialisten als Erkennungsmelodie („Russland-Fanfare“) für den Wehrmachtsbericht in Rundfunk und Wochenschau missbraucht. Doch wahrhaft große Kunst überdauert auch ideologische Vereinnahmung!

Franz Liszts vielgepriesenes pianistisches Virtuosentum lässt sein technisch und musikalisch anspruchsvolles Es-Dur-Klavierkonzert ahnen, das FRANK DUPREE interpretieren wird. Dupree, Jahrgang 1991, gewann 2014 den Deutschen Musikwettbewerb. Solo- und Kammermusik-Konzerte führten ihn nach Bayreuth, Frankfurt, Hannover, Heidelberg und Köln. Er konzertierte beim Schleswig-Holstein-Musikfestival, den Ludwigsburger Festspielen, dem Heidelberger Frühling und dem Festival de Musique Montreux-Vevey (Schweiz). Ehe er sich professionell dem Klavierspiel widmete, erhielt Dupree Schlagzeugunterricht. Der vielseitige Künstler dirigiert und komponiert auch!

Der gebürtige Ungar Franz Liszt, der übrigens deutschsprachig aufwuchs und später bevorzugt Französisch sprach, konzertierte seinerzeit in allen wichtigen Musikzentren Europas. Längere Zeit gelebt hat er u.a. in Wien, Paris, Genf, Weimar und Rom. Auch Béla Bartók kam viel herum. Er reiste als Volksliedforscher durch Südosteuropa und Nordafrika. Seinen Wohnsitz in Ungarn wollte er eigentlich aber nie aufgeben. Doch seit dem Erstarken Hitler-Deutschlands bangte der Komponist auch um seine Heimat und emigrierte in die USA. Hier entstand 1943 sein Konzert für Orchester. „Die Grundstimmung des Werks stellt - vom scherzohaften zweiten Satz abgesehen - einen stufenweisen Übergang vom Ernst des ersten und dem Klagelied des dritten Satzes zur Lebensbejahung des Finales dar“, beschrieb Bartók sein Konzert für Orchester.

Konzerteinführung:
2. Februar 2017, 18.45 Uhr, Café im Reuterhaus Neubrandenburg

KONZERTPROGRAMM:
Franz Liszt: „Les Préludes“, Sinfonische Dichtung Nr. 3
Franz Liszt: Klavierkonzert Nr. 1 Es-Dur
Béla Bartók: Konzert für Orchester

Neubrandenburger Philharmonie  |  Solist: Frank Dupree, Klavier  |  Dirigent: Josep Caballé-Domenech