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7. Philharmonisches Konzert | Stückbeschreibung
BRAHMS III

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Mit freundlicher Unterstützung durch die GVL und den Deutschen Musikwettbewerb _ ein Projekt des Deutschen Musikrats

Neubrandenburger Philharmonie entführt in romantische (Ton-)Welten

(avz) Im März setzt die Neubrandenburger Philharmonie ihren Brahms-Zyklus fort, der Dritten Sinfonie des Maestros sind zwei Kompositionen von Carl Maria von Weber vorangestellt.

Weber „kam auf die Welt, um den ‚Freischütz‘ zu schreiben“, konstatierte Hans Pfitzner 1926 anlässlich des 100. Todestages des Komponisten.
Die Opernspielpläne scheinen ihm auch heute noch Recht zu geben, denn über dieses eine Bühnenwerk hinaus ist nur wenig aus dem Schaffen des großen deutschen Romantikers wirklich populär zu nennen. Immerhin sorgen ambitionierte Instrumentalisten dafür, dass Webers Solokonzerte nicht in Vergessenheit geraten. Neben Klarinetten- und Klavierkonzerten schrieb Carl Maria von Weber u. a. auch ein Fagottkonzert, und zwar im Auftrag des bayerischen Königs Max I. Der hatte mit Georg Friedrich Brandt einen erstklassigen Fagottisten in seiner Hofkapelle. Das Fagottkonzert, das Weber ihm 1811 widmete, zeugt von den ungeheuren spieltechnischen Möglichkeiten des Hofmusikers.

Eine 25jährige Multi-Preisträgerin am Fagott
Mit Rie Koyama konnte eine exzellente Interpretin für den anspruchsvollen Solopart gewonnen werden. Die aus einer japanischen Musikerfamilie stammende, 1991 in Stuttgart geborene Fagottistin hat bereits bei 24 (!) bedeutenden nationalen und internationalen Wettbewerben Erste Preise gewonnen. 2013 wurde Rie Koyama beim 62. Internationalen Musikwettbewerb der ARD mit dem 2. Preis in der Kategorie Fagott ausgezeichnet (bei Nichtvergabe des 1. Preises) und gewann außerdem den Sonderpreis für die beste Interpretation der Auftragskomposition.

Natürlich müssen die Konzertbesucher an dem Abend auch nicht auf Carl Maria von Webers berühmte „Freischütz“-Ouvertüre verzichten. Die Oper wurde schon 1821 bei ihrer Uraufführung in Berlin mit „unglaublichem Enthusiasmus“ aufgenommen, wie der Komponist freudig in seinem Tagebuch notierte.

Johannes Brahms‘ Dritte Sinfonie wurde ein ganz anderes Schicksal zuteil. Sie geriet bei ihrer Uraufführung 1883 in Wien zwischen die musikästhetischen Fronten jener Zeit: Die Wagnerianer zischten bei der von Hans Richter geleiteten Premiere nach jedem Satz. Kritikerpapst Eduard Hanslick indes war begeistert, wusste aber seine Eindrücke nicht so recht in Worte zu fassen: „Die Symphonie will gehört und nicht beschrieben sein; gehört, aber nicht gelesen.“ Antonin Dvorák, der ebenfalls von der Sinfonie sehr angetan war, schrieb an den Verleger Fritz Simrock: „Es ist lauter Liebe und das Herz geht einem dabei auf“. Nun, die Liebe mag ein wenig mitgeschwungen haben, als Brahms im Sommer 1883 an dem Werk arbeitete. Die Sängerin Hermine Spies hätte „mich haben können, wenn sie nicht so geschwätzt hätte…”, erzählte der Komponist guten Bekannten. Doch in letzter Instanz zog sich Brahms, wie immer, zurück. Das ruhig verlöschende Ende der Sinfonie scheint dazu zu passen. Summa summarum ist das Ausdrucksspektrum der Sinfonie weit gefächert: Es reicht von einer eigenartig glitzernden Dur-Moll-Szenerie im ersten Satz über anmutige Liedhaftigkeit und schmerzerfüllte Expressivität in den Mittelsätzen bis hin zu einem versöhnlichen Finale.

Konzerteinführung:
9. März 2017, 18.45 Uhr, Café im Reuterhaus Neubrandenburg

KONZERTPROGRAMM:
Carl Maria von Weber: Ouvertüre zur Oper „Der Freischütz“
Carl Maria von Weber: Fagottkonzert F-Dur op. 75
Johannes Brahms: Sinfonie Nr. 3 F-Dur op. 90

Termine:
9. März 2017, 10.00 Uhr, Konzertkirche Neubrandenburg – öffentliche Generalprobe
9. März 2017, 18.45 Uhr, Café im Reuterhaus Neubrandenburg – Konzerteinführung & Gespräch
9. März 2017, 19.30 Uhr, Konzertkirche Neubrandenburg
10. März 2017, 19.30 Uhr, Ernst-Barlach-Theater Güstrow
11. März 2017, 19.00 Uhr, Ernst-Reuter-Saal Berlin / Rathaus Reinickendorf

Neubrandenburger Philharmonie  |  Solistin: Rie Koyama, Fagott  |  Dirigent: Vassilis Christopoulos