KONZERTE   Spielzeit 2017/2018
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2. Philharmonisches Konzert | Stückbeschreibung
BEETHOVEN III

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Sebastian Tewinkel dirigiert die „Eroica“ und klassische Sequenzen von Beethoven bis Strauss
KONZERTPROGRAMM:
Franz Schubert: Ouvertüre im italienischen Stil D-Dur
Richard Strauss: Hornkonzert Nr. 2 Es-Dur / Solist: Christoph Eß, Horn _ artist in residence
Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 „Eroica“

(avz) Ganz klassisch mutet das Programm an, das GMD Sebastian Tewinkel für das Oktober-Anrechtskonzert zusammengestellt hat. Selbst Richard Strauss‘ 2. Hornkonzert, das dieser 1942 im Alter von 78 (!) Jahren komponierte, scheint klassisch-romantischen Vorbildern verpflichtet. Interpretiert wird es von Christoph Eß, der 2017-18 als artist in residence mehrfach bei der Neubrandenburger Philharmonie gastieren wird. Eß ist seit 10 Jahren als Solohornist bei den Bamberger Symphonikern tätig. Studiert hat der gebürtige Tübinger (Jahrgang 1984) in Basel und Stuttgart. Christoph Eß wurde Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe, u. a. beim Klassik-Festival-Ruhr, beim ARD-Wettbewerb in München sowie beim „Richard-Strauss-Wettbewerb“. 2007 gewann Christoph Eß den weltweit renommierten Musikwettbewerb „Prager Frühling“ und erhielt zudem sieben Sonderpreise. Die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern ehrten ihn mit dem Solistenpreis. 2009 bekam der Hornist ein Stipendium des Deutschen Musikwettbewerbs.

Franz Schubert hat zwei Ouvertüren „im italienischen Stil“ geschrieben, die, schenkt man seinem Biographen Kreissle von Hellborn Glauben, ihr Entstehen einer Wette verdanken: Nach dem Besuch der Oper „Tancredi“ von Gioacchino Rossini soll Schubert gegenüber seinen Freunden behauptet haben, in wenigen Tagen eine ebenso temperamentvolle Musik wie der Italiener schreiben zu können. Die in D-Dur stehende Ouvertüre der „italienischen“ eröffnet schwungvoll den Konzertabend.

Um Beethovens Dritte Sinfonie, insbesondere um ihren Beinamen „Eroica“, ranken sich zahlreiche Anekdoten. Die wohl bekannteste besagt, der Maestro habe - angeregt von dem französischen General Bernadotte - in dem Werk Bonaparte gefeiert. Als Beethoven jedoch davon hörte, dass Napoleon Kaiser werden wolle, soll er das Titelblatt seiner Dritten, „Bonaparte“ überschriebenen Sinfonie zerrissen und wutentbrannt gesagt haben: „Ist der auch nichts anders, wie ein gewöhnlicher Mensch! Nun wird er auch alle Menschenrechte mit Füßen treten, nur seinem Ehrgeiz fröhnen; er wird sich nun höher, wie alle Andern stellen, ein Tyrann werden!“ Tatsächlich hat der Komponist auf dem Titelblatt der Abschrift der Sinfonie so wild herum radiert, dass ein Loch entstand. Zerrissen wurde das Blatt allerdings nicht. Später notierte Beethoven sogar erneut auf eben jener Titelseite mit Bleistift "geschrieben auf Bonaparte"! Er hatte offenbar ein ambivalentes Verhältnis zu Napoleon. Doch nicht nur ideell, sondern auch rein kompositorisch nimmt die „Heldische“ eine Sonderstellung im Schaffen des Maestros ein. Keines seiner vorangegangenen Werke war so reich an musikalischen Neuerungen und damit so zukunftsweisend wie eben jene Sinfonie! Darüber, was „das eigentlich Neue, Bedeutende der ‚Eroica‘“ ausmacht“, herrscht indes Uneinigkeit. Man kann die Sinfonie „mit gleichem Recht sowohl als poetisches Tongemälde, das um die Sujets Heldentum, Bonaparte, Revolution, Menschwerdung kreist, hören, wie auch als avantgardistisches Experiment eines Komponierens, das die Gesetze der musikalischen Form erweitert, ja neu bestimmt“ (Mathias Walz).

PRÄLUDIUM am Donnerstagabend in der Konzertkirche:
Das abendliche Konzert in Neubrandenburg wird von einem Orgelstück eröffnet, für das Friedrich Drese, der Leiter des Mecklenburgischen Orgelmuseums in Malchow, gewonnen werden konnte.

KONZERTEINFÜHRUNG: 18:45 im Turmzimmer der Konzertkirche

Musikalische Leitung GMD Sebastian Tewinkel Solisten Christoph Eß | Neubrandenburger Philharmonie / Orgelvorspiel: Friedrich Drese