KONZERTE   Spielzeit 2017/2018
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4. Philharmonisches Konzert | Stückbeschreibung
Beethoven VII

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Werke von Mozart, Beethoven und Hindemith, international prämierter Bratschist zu Gast
KONZERTPROGRAMM:
Wolfgang Amadeus Mozart: Serenata notturna D-Dur KV 239
Paul Hindemith: „Der Schwanendreher“. Konzert nach alten Volksliedern für Bratsche und kleines Orchester
Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92

(avz) Repräsentative Werke der Wiener Klassik sowie ein auf alten Volksliedern beruhendes Bratschenkonzert gelangen im 4. Philharmonischen Konzert unter Leitung von Chefdirigent Sebastian Tewinkel zur Aufführung.

Eröffnet wird das Programm von Wolfgang Amadeus Mozarts beliebter „Serenata notturna“ KV 239. Zu welchem Anlass das Werk entstand, ist nicht überliefert. Fest- und Unterhaltungsmusiken hatten damals jedenfalls Hochkonjunktur. Wie wir von einem Zeitgenossen Mozarts wissen, verging fast kein Abend, „an dem wir nicht eine Nachtmusik vor unseren Fenstern hatten“. Ob die „Serenata notturna“ unter freiem Himmel erklang, ist jedoch fraglich, denn auf die für Freiluftmusiken typischen Blasinstrumente hat Mozart in seiner Serenata verzichtet. Die Stimmaufteilung seines Streichorchester knüpft an die Concerto-grosso-Tradition an: ein solistisches Ensemble, bestehend aus zwei Violinen, Viola und Kontrabass(!), wird einem begleitenden Streichorchester (mit Pauke und Celli) gegenübergestellt.

Paul Hindemith war bekanntlich auch ein hervorragender Instrumentalist. Auf der Bratsche gehörte er seinerzeit zu den führenden Virtuosen. So verwundert es nicht, dass er gelegentlich für den Eigenbedarf komponierte. Da Hindemith als Komponist während der NS-Diktatur in Deutschland verfemt wurde, sah er gerade in der Konzerttätigkeit eine für sich vielversprechende Perspektive - auch bzw. gerade im Ausland. Für sein 1935 entstandenes Bratschenkonzert „Der Schwanendreher“ griff er auf Melodien aus dem „Altdeutschen Liederbuch“ (1877) von Franz Magnus Böhme zurück. Die mittelalterlichen Volksweisen beruhen auf alten Kirchentonarten, was bei der kompositorischen Aufbereitung zu einer Erweiterung der traditionellen Dur-Moll-Harmonik führt. Hindemith dienten die altdeutschen Lieder zugleich als „orientierender Halt und Öffnung der Tonsprache“, sie wurden „zum Ausgangspunkt für eine neuartige gefestigte, aber flexible Tonalität“ (Mathias Walz). Nach der Uraufführung 1935 in Amsterdam hat Hindemith sein Bratschenkonzert auch in Amerika auf seinen Konzertreisen 1937-39 gespielt. In Deutschland stand seine Musik inzwischen als „entartet“ auf dem Index. So wurde der „Schwanendreher“ erst nach dem II. Weltkrieg in Hindemiths Geburtsland bekannt.
Der international hochprämierte Bratschist Roland Glassl, der auch im Mandelring Quartett musizierte und seit 2004 eine Professur an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt/Main bekleidet, übernimmt den Solopart bei den Aufführungen mit der Neubrandenburger Philharmonie.

Das Finale gehört Beethovens 7. Sinfonie A-Dur op. 92. Diese wurde in den „Musikalischen Akademien“ am 8. und 12. Dezember 1813 im großen Redoutensaal der Wiener Universität uraufgeführt, die zugunsten der in der Schlacht bei Hanau verwundeten Österreicher und Bayern stattfanden. Auf dem Programm stand zudem des Meisters sehr naturalistische Tongemälde "Wellingtons Sieg oder Die Schlacht bei Vittoria" op. 91. Das Konzert gestaltete sich zu einem wahren Triumph für Beethoven. Durch die Anbindung des Konzertes an die Begeisterung für die Befreiungskriege wurde in der Rezeptionsgeschichte oft der kämpferisch-nationale Ton des Werkes hervorgehoben. Über das Zeitgeschehen hinaus weist Richard Wagners Interpretation, der die Siebten als „Apotheose des Tanzes“ bezeichnete.

PRÄLUDIUM am Donnerstagabend in der Konzertkirche:
Das Orgelvorspiel in Neubrandenburg wird Michael Voigt, Organist und Kantor der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Strelitzer Land, gestalten.

Konzerteinführung / Künstlergespräch
7. Dezember 2017, 18.45 Uhr, Turmzimmer / Konzertkirche Neubrandenburg

Musikalische Leitung GMD Sebastian Tewinkel | Neubrandenburger Philharmonie / Solist: Roland Glassl, Viola / Orgelvorspiel: Michael Voigt