KONZERTE   Spielzeit 2019/2020
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2. Philharmonisches Konzert: BILDER | Stückbeschreibung
Werke von Schostakowitsch, Korngold, Mussorgski

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Artist in residence Tobias Feldmann spielt das Korngold-Violinkonzert

(AVZ) „Musik kann nicht anders genannt werden als die Schwester der Malerei. Malerei ist nicht nur stumme Poesie, sondern auch stumme Musik“, meinte schon Leonardo da Vinci am Beginn der Neuzeit. Ein berühmtes Beispiel dafür, wie Kunst den musikalischen Schaffensprozess beflügeln kann, stammt von Modest Mussorgski. Der Russe schrieb einen Klavierzyklus nach Bildern seines Freundes Viktor Hartmann, dem man 1874 nach seinem plötzlichen Tod in Petersburg eine Ausstellung gewidmet hatte. Mussorgski bezieht sich in seiner Komposition auf Arbeiten des Malers, die sich auf märchenhafte Figuren und berühmte Monumente beziehen bzw. Alltagssituationen mit psychologischer Tiefenschärfe beleuchten. Seine originale Klavierversion der „Bilder einer Ausstellung“ animierte viele Komponisten und Arrangeure zu Bearbeitungen. Die wohl bekannteste stammt von Maurice Ravel. Auftraggeber war der Dirigent Sergej Kussewitzki, der auch 1922 die glanzvolle Uraufführung dieser zweiten Geburt der „Bilder einer Ausstellung“ in der Pariser Oper leitete.
Dmitri Schostakowitsch hat in jungen Jahren als Stummfilmpianist frei zu bewegten Bildern musiziert. Später komponierte er große Partituren zu Filmen wie „Das neue Babylon“ (1929), „Der Fall von Berlin“ (1949) und „Fünf Tage – Fünf Nächte“ (1961). 1955 lieferte Schostakowitsch den Soundtrack zu der sowjetischen Verfilmung von Ethel Lilian Voynichs Roman „The Gadfly“ („Die Stechfliege“), der die Abenteuergeschichte eines italienischen Revolutionärs im 19. Jahrhundert, erzählt. Die Filmmusik folgt klassisch-romantischen Vorbildern, zur Aufführung gelangen einige repräsentative Auszüge aus der Partitur. – Auch Erich Wolfgang Korngold ist mit seiner Musik an so manchem Kino-Erfolg beteiligt, so lieferte er u. a. die Soundtracks zu „Robin Hood, König der Vagabunden“ (1938) und „Der Herr der sieben Meere“ (1940). Mit seiner Oper „Die tote Stadt“ war ihm bereits 1920 der Durchbruch als Komponist gelungen. Als Jude fand Korngold während der NS-Herrschaft in den USA Asyl, wo er bis zu seinem Lebensende blieb. Hier vollendete er auch 1945 sein Violinkonzert, in dem er aus seinen Filmmusiken zitiert. Wohl auf den nostalgischen Beginn seines Werkes bezogen, meinte Korngold, sein Violinkonzert sei „mehr für einen Caruso als einen Paganini“. Interpretiert wird es von artist in residence Tobias Feldmann. Die Konzertleitung liegt in bewährter Weise in den Händen von GMD Sebastian Tewinkel.

KONZERTPROGRAMM:
Dmitri Schostakowitsch: Filmmusik „The Gadfly“
Erich Wolfgang Korngold Violinkonzert d-Dur
Modest Mussorgski: Bilder einer Ausstellung

Musikalische Leitung Sebastian Tewinkel Solisten Tobias Feldmann | Neubrandenburger Philharmonie